Ausloberin: | Stadt Neuss |
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Planungszeitraum: | 2012 |
Fläche: | 21,8 ha |
Fotografien: | Wick + Partner |
Rund um den historischen Kern des Klostergeländes mit Kirche, Garten und Friedhof der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder soll das rund 15 ha große Areal zu einem neuen Wohnquartier mit über 500 Wohneinheiten entwickelt werden.
Das Konzept im Wettbewerb sieht eine weit in den Siedlungskörper hineinreichenden Grünkorridor vor, der die südlich liegende Obererftaue über einen neu geschaffenen Eingangsplatz an die Nordkanalallee anbindet. Ein Netz aus Fuß- und Radwegen verknüpft die einzelnen Teilbereiche untereinander.
Neben dem Naturraum entlang der Obererft und dem eher introvertierten Klosterpark wird dieser „grüne Korridor“ zum dritten charakteristischen und adressbildenden Freiraum. Diese Freiräume gliedern das Quartier in charakteristische Wohnlagen, die unterschiedlichste Bedürfnisse der Wohnnachfrage abdecken.
Kern des Gesamtquartiers bleibt die Klosteranlage und das ehemalige St. Alexius-Krankenhaus, das als Gesundheitszentrum nachgenutzt wird. Das Kloster mit Wohntrakt, Kirche und neuem Klostergarten erhält eine eigene, von einer Mauer eingefasste Parzelle. Kloster und Kirche bleiben in ihrer Funktion bestehen.
Die prägenden Freiräume bieten ein differenziertes Angebot im unmittelbaren Wohnumfeld. Die Obereft mit ihren begleitenden Grünstrukturen bleibt Naturraum. Neuer zentraler Grünraum ist der Grüne Korridor. Er bietet Raum für Sport und Spiel und Flächen für ein lokales Regenwassermanagement; die extensiv gepflegte Wiese behält bei geringem Pflegeaufwand ihre ökologische Wertigkeit und stärkt die Biodiversität im Quartier. Der Klosterpark ist introvertierter Stadteilpark mit kontemplativem Charakter.
Die Aufsiedlung des Quartiers erfolgt in fünf Phasen. Das stabile städtebauliche Grundkonzept ermöglicht dabei eine quartiersbezogene Vertiefung und Anpassung zum städtebaulichen Rahmenplan. Die dem Konzept zugrunde liegende Idee eines Bezugs jeder Wohnstandorts zu den bestehenden oder neugeschaffenen Grünelementen bleibt eine verbindliche Konstante der weiteren Bearbeitung.
Ziel des parallel entwickelten Gestaltleitfadens ist das Quartier bei individueller Vielfalt zu einer Einheit zu verschmelzen, die Geschichte des Ortes dabei spürbar zu machen und um Respekt für den umgebenden Bestand zu sensibilisieren.

